Dienstag, 22. Juli 2014

Tag 4 - "All you need to sleep" (and not a bit more...)

Die Nacht in unserem gut geschätzt 10m²-Zimmer war ganz okay für Bine und mich. Eric hatte das Gefühl, "auf einem Stein zu schlafen", was wohl an der fehlenden Fedrung seines Oberbetts lag. Nachdem wir uns in unserem 1x1,5m Duschklo fertig gemacht haben, geht es zum Frühstück. Die Auswahl ist recht begrenzt, der Geschmack, den Markenprodukten sei Dank, okay. Aber genug der Kritik, gemessen an dem Preis, den wir gezahlt haben, ist das wohl das Beste was wir erwarten können. Es gibt Schlimmeres.

Das Bad mit Dusche

Unser Zimmer
 Auf geht's in die City. Wir kaufen uns jeder einen City Pass für umgerechnet rund 10€ und können nun 24h in den 4 zentralsten Zonen Kopenhagens frei fahren. Dies deckt mehr als genug ab, dass wir uns ohne Bedenken in der Stadt bewegen können. Genau wie die S-Bahnen ist die U-Bahn und ihre Stationen hoch modern. Die Kopenhagener Metro wurde erst 2002 erstmals in Betrieb genommen, was auch die zu Berlin vergleichsmäßig tief liegenden Schächte erklären könnte. Da die Kanalisation und die Kelleranlagen der Stadt schon lange vorher existierten, musste die U-Bahn eben darunter liegen. Die Metro besteht aus den zwei Linien Grün und Gelb, die sich quer durch die Stadt erstrecken. Die Züge sind führerlos und fahren voll automatisch, was es ermöglicht, als Pasagier während der Fahrt, direkt durch die Frontscheibe in die runden, mit dauerhafter Beleuchtung und vielen Notausgängen bestückten Tunnel zu sehen. An den Haltestellen befinden sich durchgehend Glaswände mit automatischen Türen, an denen beim Halt des Zuges genau die Wagontüren positioniert sind. So ist es unmöglich, dass Leute auf die Gleise fallen oder Müll ins Gleisbett geraten kann.

Der Blick aus dem U-Bahnfenster

Our Saviors Church
Wir erreichen nach kurzer Fahrt die Station Christianshavn im gleichnamigen Stadtteil auf der Halbinsel Amager. Nach 5min Fußweg sind wir an unserem ersten Ziel, der "Vor Frelsers Kirke" (Unsere Erlöserkirche"). Diese Barockkirche ist besonders für ihren korkenzieherförmigen Turm wie auch für ihr Glockenspiel bekannt. Wir bestaunen für ein paar Minuten den prachtvollen Altar und die riesige Orgel, bevor wir dann den Aufstig über rund 400 Stufen zur Turmspitze antreten. Über viele Stein und Holztreppen voller Menschen erreichen wir irgendwann das Dach und stiegen noch die letzte Außentreppe, welche sich den Spitze hinaufwickelt, nach oben. Die Mühe lohnt sich, denn der Ausblick über ganz Kopenhagen könnte schöner nicht sein. Ich mache wirklich viele Fotos von weiten Horizonten bis zu einzelnen Gebäuden und Orten. Dann wieder abwärts, das geht schneller und deutlich leichter. Wir verschnaufen kurz bevor wir uns wieder zur Metro begeben.



Der Altar mit 6 Erzengeln

Die imposante Orgel

Einer der vielen schönen Blicke über die Stadt
Schloss Rosenborg
Als nächstes steht Schloss Rosenborg auf dem Plan. Das wohl 1606 errichtete Gebäude besteht hauptsächlich aus Backsteinen und Sandstein und ist im Stile der Niederländischen Renaissance gehalten. Ehemals Residenz der Könige ist es heute ein historisches Museum in dem auch die dänischen Kronjuwelen ausgestellt sind. Wir sind jedoch aufgrund der Hitze einfach zu träge und begnügen uns damit, das Bauwerk von aussen zu bestaunen. Derweil amüsieren wir uns über die fast choreografische anmutenden Auf- und Abgänge der wachhabenden Soldaten vor dem Schloss. Nach einer kleinen Verschnaufpause spazieren wir noch ein wenig durch den Stadtteil, bis wir uns wieder einmal zur Metro begeben und ein paar Stationen weiter, ein Einkaufszentrum aufsuchen. Hier gibt es erstmal wieder - wie soll es anders sein? - ein Eis!

Als nächstes soll es eine Hafen- und Kanalrundfahrt sein. Für schlappe 10€ pro Kopf sind wir dabei und bekommen die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen, alles freundlich kommentiert von einer jungen Dame und das in gleich drei Sprachen (Dänisch, Englisch und Deutsch). Auch der Kapitän selbst ist sich für den ein oder anderen Spaß mit seinen Gästen nicht zu schade. Wir passieren die Oper und das Theater, Hausboote, Segel- und Kriegsschiffe, Museen, Schlösser, Kirchen und nicht zuletzt zum bekanntesten Baum Kopenhagens (welcher sogar seine eigene Facebookseite haben soll) fällt auch hier die ein oder andere witzige Anekdote. Hungrig von all diesen Eindrücken besorgen wir uns erstmal eine ordentliche Pizza, bevor es dann gestärkt zurück zum Hotel geht. Fix und fertig von den mehr als sommerlichen Temperaturen, haben wir auch Verständnis, dass der Zimmerservice seine schweißtreibende Arbeit wohl vorzeitig abgebrochen hat... Den Rest des Tages wird gechillt und morgen geht es dann in aller Frische weiter nach Schweden!

Ein großes Segelschiff

Dieses Kriegsschiff soll, aus Versehen, mit einem Geschoss
mal 4 Häuser in der Stadt zerstört haben

Die Zwillingspavillions

Die Marmorkirche hinter dem Schloss Amalienborg
 
Die Börse




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